Die Erfindung nichtrostenden Stahls im Jahr 1912

Die Friedrich Krupp AG meldete im Jahr 1912 ein Patent für einen Stahl an, der besonders für die Herstellung von korrosionsbeständigen Produkten geeignet war. Die Firma Krupp hatte eine austenitische Chrom–Nickel Legierung entwickelt, welche nach einer entsprechenden Wärmebehandlung sehr rostbeständig und trotzdem günstig herzustellen und einfach zu bearbeiten war.

Flansche und DomdeckelDamals wurden auch die Kürzel V2A und V4A geprägt, die noch heute als Synonyme für Edelstahl stehen. Seit 1960 gibt es auch das eingetragene Warenzeichen Edelstahl rostfrei. Bis dahin gab es allerdings nur eine sehr geringe Edelstahlproduktion von etwa 2,2 Millionen Tonnen. Erst nachdem in den 60er Jahren die Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt entdeckt und genutzt wurden, kam es zu einer weiteren Verbreitung. Im Jahr 2011 wurden fast 32 Millionen Tonnen erzeugt.

Heutzutage wird Edelstahl rostfrei häufig zur Produktion von Geschirr und medizinischen Instrumenten genutzt. Das Chrysler Building ist ein gutes Beispiel für die hohe Haltbarkeit von Edelstahl. Seit 1930 liegen dort dieselben Dachschindeln und es war bisher kein Austausch notwendig. Auch am Burj Khalifa in Dubai, dem derzeit höchsten Gebäude der Welt, wurde für die Fassade teilweise Edelstahl verwendet.

Das Wirkprinzip der Rostfreiheit

Nichtrostende Stähle bilden auf ihrer Oberfläche eine schützende Chromoxidschicht. Diese Schicht kann sich bei Beschädigung selbst wiederherstellen. Der Effekt wird Passivierung genannt und kann beispielsweise auch bei Aluminium und Magnesium beobachtet werden.

Damit es zur Passivierung der Oberfläche kommt muss die Legierung mindestens 10,5% Chrom enthalten. Das führt allerdings zu schlechter Bearbeitbarkeit und hoher Härte. Um die unerwünschten Effekte zu minimieren, wird zusätzlich Nickel hinzugegeben.

Die Verarbeitung ist trotzdem kompliziert

Rohrboden WärmetauscherDie Bearbeitung von Edelstahl verläuft ähnlich wie die von normalen Stählen, allerdings muss dabei genau darauf geachtet werden, dass es zu keinem Kontakt mit anderen, unedlen Stählen kommt. Wenn der Edelstahl mit Rost in Kontakt kommt, ist kein weiterer Rostschutz mehr vorhanden. Der Edelstahl rostet dann wie ein normaler Stahl.

Zunächst war man insbesondere beim Walzen stark in der Bandbreite eingeschränkt, was hauptsächlich auf die große benötigte Umformarbeit zurückzuführen ist. Erst mit der Einführung des Sendzimir -Vielwalzengerüsts wurde es möglich, breitere Bänder zu walzen. Heute sind Breiten bis 1500mm keine Seltenheit. In der Zwischenzeit gab es viele weitere Innovationen, wie zum Beispiel die Vacuum-Oxgyen-Decarburization, die die Produktion von Edelstahl in zwei Prozessschritte aufteilt und damit deutlich bessere Qualitäten ermöglicht.

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