Dualphasenstähle und Komplexphasenstähle werden zurzeit hauptsächlich in der Automobilbranche eingesetzt, sie sind jedoch auch für andere Branchen mit speziellen Anforderungen an Festigkeit und Umformbarkeit sehr gut geeignet.

Dualphasenstahl zeichnet sich besonders durch seine niedrige Streckgrenze bei gleichzeitig hoher Zugfestigkeit aus. Diese Kombination ermöglicht große Ziehverhältnisse, weshalb die Stahlsorte besonders gerne bei streckgezogenen Bauteilen verwendet wird. Dualphasenstahl hat außerdem ein sehr großes Potential zur Umformungshärtung. Insgesamt sind in Kombination mit dem Bake-Hardening-Verfahren sehr hohe Festigkeiten erreichbar. Damit eignet sich der Dualphasenstahl genauso gut für festigkeitsrelevante wie auch für zyklisch belastete Bauteile und bietet gleichzeitig das Potential zur Gewichtseinsparung.

Hauptsächlich besteht der Dualphasenstahl aus Ferrit, allerdings ist darin eine zweite, martensitische Phase inselförmig eingelagert. Dieser spezielle Aufbau wird erreicht durch zulegieren von Martensitbildnern wie Mangan und Silizium. Im Anschluss wird ein besonderes Wärmebehandlungsverfahren angewendet.

Komplexphasenstahl basiert anstelle von Martensit und Ferrit auf mehreren Phasen, die eine noch exaktere Einstellung der Eigenschaften erlauben. Dadurch ist er sehr gut umformbar obwohl die Dehnfähigkeit etwas geringer ist als beim Dualphasenstahl. Komplexphasenstahl zeichnet sich durch seine hohe Dauerfestigkeit aus und kann zudem besonders gut für crashrelevante Bauteile verwendet werden.

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