Sauerstoff-Blasverfahren

Etwa 80 Prozent des in Deutschland produzierten Stahles wird nach diesem Verfahren hergestellt. Beim sogenannten Sauerstoff-Aufblasverfahren bläst man mit einem Düsenrohr (Sauerstofflanze) aus unterschiedlichen Höhen mit Überdruck Sauerstoff auf die im Konverter befindliche flüssige Metallmischung. Dieses Verfahren wird in der Technik auch Linz-Donawitz-Verfahren (abgekürzt: LD-Verfahren) genannt und dient vor allem zur Verarbeitung von phosphorarmen Roheisen. Das Aufblasen dauert meist etwa 20 Minuten, wobei sich die Mischung von rund 1 150 auf 1 650 °C erwärmt. Zu Kühlzwecken gibt man Schrott zur Mischung. Je nach Art der im Roheisen enthaltenen Beimengungen, setzt man entsprechende schlackebildende Zuschläge hinzu. Phosphorreichere Roheisen verarbeitet man nach dem Linz-Donawitz-Arbed-Centre-National-Verfahren (abgekürzt: LDAC-Verfahren). Bei diesem Verfahren wird in einem zweiten Aufblasprozeß nach Schlackenabguß zusammen mit dem Sauerstoff Staubkalk aufgeblasen. Dadurch erreicht man eine noch effektivere Beseitigung der Phosphorbeimengungen. Neben diesen beiden Verfahren sind noch weitere spezielle Methoden zur Stahlgewinnung in der Industrie üblich.